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    Bildgebende Diagnostik der alveolären Echinokokkose

Fuchsbandwurm - Bildgebende Diagnostik

Eines der wichtigsten diagnostischen Werkzeuge zur Diagnostik der AE ist die Bildgebung. An erster Stelle steht hierbei die B - Bild-Sonografie. Zur weiteren Differenzialdiagnose und präoperativen Diagnostik wird häufig ein (FDG-PET-)CT (Abb. 2) oder eine MRT empfohlen.

Die neu entwickelte Ultraschallklassifikation „ Echinococcus multilocularis Ulm Classification – Ultrasound “ (EMUC - US) unterscheidet 5 Muster (Abb. 3). Am häufigsten können (in absteigender Reihenfolge) beobachtet werden:

  • das Sturm- und Hagelmuster
  • das hämangiomartige Muster
  • das pseudozystische Muster.
Seltener findet man
  • ein typisches Verknöcherungsmuster oder
  • ein metastasenartiges Muster.

Ein Überblick über die im B - Bild unterschiedliche Präsentation findet sich in (Abb. 3). Mitunter können ausgeprägt verkalkte Läsionen methodenbedingt die sonografische Beurteilung von AE - Läsionen erschweren.

Die CT - morphologische Klassifikation „ Echinococcus multilocularis Ulm Classification – Computed Tomography “ (EMUC - CT) soll analog dazu in der CT das Erkennen und die Interpretation von Läsionen bei hepatischer AE erleichtern (Abb. 4, Abb. 5.) Die EMUC - CT - Klassifikation besteht aus 2 Säulen:

  • der Primärmorphologie mit 5 Typen, die teils weitere Subkriterien aufweisen, sowie
  • 6 Kalzifikationsmustern.

Primärmorphologiemuster (ggf. mit Subkriterien, falls solche für den jeweiligenTyp definiert sind) und Kalzifikationsmuster werden zunächst getrennt voneinander betrachtet und dann zu einem Befund kombiniert (Abb. 4, Abb. 5. Hierbei sind als Ausnahmen zu beachten, dass das Kalzifikationsmuster „ mit zentraler Kalzifikation “ ausschließlich beim primärmorphologischen Typ IV „ kleinzystoid/metastatisch “ vorkommt und dass dem Primärmorphologietyp V „ überwiegend verkalkt “ generell kein weiteres Kalzifikationsmuster zugeordnet wird (Abb. 5).

Das am häufigsten vorkommende Muster der CT - Primärmorphologie ist der diffus infiltrierende Typ I. Die weiteren Häufigkeiten des Vorkommens der unterschiedlichen Primärmorphologien nehmen von Typ I bis Typ V ab.

Anders als im Fall der bekannten Ultraschall-WHO - Klassifikation bei zystischer Echinokokkose bezieht sich die vorliegende CT - Klassifikation (und auch die US - Klassifikation) der alveolären Echinokokkose nicht primär auf unterschiedliche Verlaufsstadien der Erkrankung. Vielmehr definiert sie die vorkommenden, sehr unterschiedlichen Erscheinungsbilder der alveolären Echinokokkose in der Leber in erster Linie unabhängig vom Krankheitsverlauf. Im Rahmen der CT - Klassifikation können insbesondere Veränderlichkeiten von Subkriterien oder der Ausprägung der Kalzifikationsmuster möglicherweise künftig aber auch Rückschlüsse über den Krankheitsverlauf ermöglichen. Entsprechende Zusammenhänge ebenso wie die PET - Aktivitäten und die unterschiedlichen chirurgischen und medikamentösen Therapieoptionen bei den unterschiedlichen Typen werden derzeit untersucht.

Die Ultraschall- und CT - Klassifikationen helfen insbesondere den weniger Geübten, die oft heterogene Morphologie der Erkrankung besser einzuordnen.

Goldstandard für die Beurteilung der Aktivität einer Erkrankung bleibt derzeit die FDG - PET - CT, hier wird die FDG - Mehrbelegung einer Läsion als Marker der Vitalität des Parasiten bzw. als Zeichen der konsekutiven Entzündungsreaktion gewertet (Abb. 2).

Die MRT hilft in manchen Fällen, die gelegentlich schwierige Differenzialdiagnose einer E.-multilocularis-Erkrankung zu stellen. In dieser Modalität lassen sich mitunter typische kleine vesikuläre Strukturen am besten darstellen. Eine orientierende Einordnung MR - tomografischer Erscheinungsbilder der AE bietet die Klassifikation von Kodama et al. 2003. Die häufig auftretenden Kalzifikationen lassen sich demgegenüber schlechter in der MRT und wiederum sehr gut in der CT darstellen.