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    Fuchsbandwurm Erkrankung Symptome

Alveoläre Echinokokkose - Klinische Symptomatik

Typische Frühsymptome gibt es bei der Alveolären Echinokokkose nicht, häufig wird die Diagnose zufällig bei einer Sonografie bzw. Bildgebung aus anderen Gründen oder im Rahmen von Screeninguntersuchungen gestellt. Auch die Abklärung pathologischer Laborparameter (Leberwerterhöhung, vor allem GGT; erhöhte Infektparameter) führt über bildgebende Verfahren zur Diagnose.

Klinisch auffallend ist die Diskrepanz zwischen fehlenden oder minimalen bzw. unspezifischen Beschwerden bei bildgebend bereits großem parasitärem Lebertumor (oft > 10 cm durchmessend). Meist treten erst im späteren Verlauf Symptome wie abdominelles Druckgefühl, Schmerzen, Übelkeit oder Fieber auf.

Bei der klinischen Untersuchung kann eine vergrößerte und verhärtete Leber getastet werden. Der Parasit involviert regelhaft Gallengänge und Gefäße, konsekutiv sind Cholestase/Ikterus bzw. Pfortaderthrombose/portale Hypertension typisch im weiteren Verlauf. Liegt der Leberherd hilär, können sich Cholestase/Ikterus bereits früher zeigen. Erst mit zunehmender Durchsetzung der Leber durch parasitäres Gewebe verschlechtert sich die Leberfunktion

Die Diagnose der Alveolären Echinokokkose basiert auf dem typischen morphologischen Befund eines Lebertumors mit entsprechender Anamnese und Epidemiologie sowie positiver Echinokokkenserologie.

Nach WHO ‑ Falldefinition wird eine Alveolären Echinokokkose als „ bestätigt “ angesehen, wenn folgende Kriterien vorliegen

  • bildgebend typische Organläsion,
  • positive Echinokokkenserologie in 2 Tests (sensitiver Suchtest + spezifischer Bestätigungstest) und
  • kompatibler histopathologischer Befund von Metazestodengewebe bzw. der Nachweis von E.-multilocularis-Nukleinsäure in klinischen Proben.

Bei lediglich Vorliegen eines typischen Leberherds einer positiven Echinokokkenserologie (ohne Gewebeprobe) kann die Diagnose als „ wahrscheinlich “ angesehen werden und auch damit besteht regelhaft eine Therapieindikation. „ Mögliche “ AE ‑ Fälle mit lediglich positiver Echinokokkenserologie oder mit Nachweis kleiner (verkalkter) Leberläsionen sollten nicht regelhaft therapiert, jedoch längerfristig kontrolliert und sonografische Kontrollen etwa jährlich durchgeführt werden.