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    Verbreitung und Infektionsweg der alveolären Echinokokkose

    Wir klären Sie auf.

Infektionsweg

Der adulte Parasit E. multilocularis besiedelt den Dünndarm des Rotfuchses oder anderer Karnivoren (wie Hunde, Marderhunde, seltener Katzen). Diese Endwirte scheiden infektiöse Bandwurmeier über den Kot aus, wo sie unter günstigen klimatischen Bedingungen über Monate ansteckungsfähig bleiben. Aus der Umwelt werden die Eier von kleinen Nagetieren oral aufgenommen. Infolge dieses Prozesses kommt es in den natürlichen Zwischenwirten zur Ausbildung viszeraler Tumoren, in deren Inneren sich neue infektiöse Kopfanlagen ausbilden. Wird ein infizierter Zwischenwirt von einem Fuchs gefressen, schließt sich der Entwicklungszyklus (Abb. 1).

Der Mensch als Fehlzwischenwirt nimmt ebenfalls akzidentiell Eier oral auf.

Da die Zeit zwischen Infektion und Diagnose auch Jahrzehnte betragen kann, ist der Infektionszeitpunkt meist nicht bestimmbar und der genaue Übertragungsvorgang ungeklärt.

Erfahren Sie mehr zu den Risikofaktoren.

Die genaue Inkubationszeit der alveolären Echinokokkose ist nicht bekannt, man geht davon aus, dass 10 – 15 Jahre vergehen, bevor eine Läsion erkennbar wird. Beim Mensch kommt es nach oraler Aufnahme der Eier des Parasiten und Magenpassage zum Schlüpfen der Onkosphären. Nach deren Absorption im Darm gelangen diese über die Portalvene zur Leber, wo sich die Metazestode entwickeln kann.

Die Leber ist mit > 98% die häufigste Primärmanifestation der AE.

Das Larvengewebe von E. multilocularis zeigt ein infiltrierendes, tumorartiges Wachstum, das sich von der Leber aus kontinuierlich auf benachbarte Strukturen bzw. Organe ausbreitet und/oder zu Fernmetastasen führen kann. Nicht selten wird zunächst der Verdacht auf ein Malignom von Leber- bzw. Gallenwegen bzw. auf Lebermetastasen gestellt.

Nach Daten des europäischen Echinokokkose-Registers lag bei 34% der Patienten bei Erstdiagnose bereits ein extrahepatischer Befall vor. Parasitäre Fernmetastasen der AE finden sich am häufigsten in Lunge und Gehirn. Ein primär extrahepatischer Befall von Milz, Knochen bzw. Retroperitoneum ist beschrieben. Unbehandelt wird die Letalität der AE mit 90% innerhalb 10 – 15 Jahren nach Diagnosestellung angegeben, damit ist die AE eine der wenigen potenziell letal verlaufenden Helminthosen

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